Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Duisburg; 5. Februar 2001

Für Logport wird eigener Bahnhof gebaut
 

  Aus dem Bähnchen wird eine Bahn: Duisport, die Hafengesellschaft, setzt verstärkt auf die Schiene. Eine
  eigene Bahngesellschaft wird gegründet, in Rheinhausen entsteht sogar ein neuer Bahnhof.

  Am Rande des Logport-Geländes hat der Hafen kürzlich ein drei Hektar großes Areal von der Deutschen Bahn erworben.
  Früher wurde dort der Rangierbetrieb für das Krupp-Hüttenwerk abgewickelt, jetzt werden die Gleise komplett erneuert,
  und künftig soll der dann runderneuerte "Vorbahnhof" die auf dem 265-Hektar-Gelände von Logport neu angesiedelten
  Logistikunternehmen mit der weiten Welt der Eisenbahn verbinden.

  Für den Bahnbetrieb will Duisport dann mit einer eigenen Eisenbahn-Tochter an den Start gehen, da sich die Deutsche
  Bahn immer stärker auf die Hauptgüterstrecken konzentriert und sich aus der "Fläche" zurückzieht. Mit der einen
  Lokomotive, die derzeit den Duisburger Hafenteil (in Ruhrort rangiert die DB) bedient, dürfte die Hafengesellschaft nicht
  mehr auskommen.

  Zumal bei der Vergabe der Logport-Grundstücke nach Angaben von Hafen-Chef Erich Staake bewusst darauf gedrungen
  wird, dass die Unternehmen sich auf eine zunehmend stärkere Rolle der Schiene beim Güterverkehr einstellen: "Die
  großen Nutzer von Logport haben alle einen Bahnanschluss."

  Auf den Verbund der Verkehrsträger Schiene, Straße und Schifffahrt ist auch das entstehende Container-Terminal am
  alten Hüttenhafen ausgerichtet. 10 Mio DM werden gerade in eine neue Kaimauer investiert, 60 Mio DM in die
  Ertüchtigung des 800 Meter langen Hafenbeckens insgesamt. Vier jeweils 700 Meter lange Gleisstrecken parallel zum
  Becken werden zunächst gebaut.

  Ein großer Vorteil für den Container-Umschlag in Rheinhausen dürfte der "Eiserne Rhein" sein, die naheliegende
  Bahnstrecke nach Antwerpen, die in den nächsten Jahren zu einer leistungsfähigen Verbindung ausgebaut werden soll.
  mo