Krefeld Stadt
 Rechtslage spricht gegen Neubau (Anmerkung der Webredaktion: Es gibt keine Rechtslage, die gegen einen Neubau einer Trasse spricht, die Überschrift entstellt Sinn und Inhalt der Diskussion)
Von Carsten Icks


Krefeld. Bund für Umwelt und Naturschutz diskutierte mit Politikern und Bürgern über Wiederbelebung des "Eisernen Rheins"
(Anmerkung: Eigentlich handelte es sich um die Jahreshauptversammlung des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland = BUND)

"Grundsätzlich", so sagte der Kreisgruppensprecher Axel Heimendahl vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, sei es zu begrüßen, wenn Güter auf der Schiene transportiert werden. Doch die Lärmbelastung der Anwohner oder das Risiko von Gefahrguttransporten durch Wohngebiete sind nur zwei der Argumente gegen den Eisernen Rhein. Auf der Mitgliedervollversammlung im Begegnungszentrum Wiedenhof gab es reichlich Diskussionsbedarf.

Vertreter aus Politik und Bürgervereinen unterstützten den BUND bei der Meinungsfindung. Bevor offene Fragen nicht "eingehend geklärt sind" steht Heimendahl der Reaktivierung der historischen Eisenbahntrasse eher skeptisch gegenüber. CDU und SPD sprachen sich erneut für einen Neubau entlang der A 40 aus. BUND-Vorstandsmitglied Ingo van Lishaut gab jedoch zu bedenken, dass Anwohner der Autobahn den Bau mit rechtlichen Schritten - die es bei einer neuen Trasse im Gegensatz zur historischen durchaus gibt - jahrelang verzögern könnten. Und solange, vermutete Hans Joachim Janssen vom Fahrgastverband Pro Bahn, "ist der Verkehr auf der Autobahn".

Die FDP brachte mit der Realisierung einer bereits in den 60er Jahren angedachten Schifffahrtstrasse vom Rhein zur Maas eine weitere Alternative ins Spiel. Südlich von Neuss und Erkelenz in Richtung Maastricht könnten neben dem Kanal Güter- und Personenzüge fahren.
(Anmerkung: Es gibt bereits eine funktionierende unbezuschusste private direkte Schiffsverbindung zwischen Antwerpen und dem Rhein, mit der der Containerkran im Krefelder Hafen eingeweiht worden ist. Die Schiffsverbindung floriert und würde durch die staatlichen Subventionen für den Eisernen Rhein gefährdet. Vgl. https://krefeld-west.de/grafik/rhein/070600rpkr.gif
https://krefeld-west.de/htmrhein/010500rpkr.html)

Die Proteste gegen die geplanten Baumfällungen des Grünflächenamtes im Rahmen der Euroga-Vorbereitung gehören für BUND-Mitglied Günter Goebels in die Kategorie "unterste Schublade". Sprüche wie "dem Visser auf die Schnauze hauen" hätten nichts mit Baumschutz zu tun. "Jede Baumfällung tut weh", sagte Axel Heimendahl. Man müsse die 300 Bäume jedoch ins Verhältnis zu jährlich 800 privaten Fällungen setzen. Es sei sogar möglich, dass sich die ökologische Situation in den Parks verbessert, wenn die kulturhistorischen Denkmäler in ihren Urzustand versetzt werden.
 

Im laufenden Jahr wollen sich die Naturschützer weiter für den geplanten Biotopverbund einsetzten, der Anfang "eines Grüngürtels rund um den bebauten Teil der Stadt" sein könnte. Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Neben Sprecher Heimendahl werden Ingo van Lishaut, Monika Köhn, Beatrix Mersmann, Pieter Schwarze und Ruth Müller (Kasse) die Kreisgruppe leiten.
 

 
 
8. März 2001 , Westdeutsche Zeitung, Krefeld, Online