• Nachdem sich 55.000 betroffene Krefelderinnen und Krefelder klar sind, dass der Eiserne Rhein in seiner historischen Variante nur Krach und Erschütterungen bringt, zudem erst im Logport Rheinhausen hält, geht Herr Lothar Franke doch von wirtschaftlichen Vorteilen aus, und die Westdeutsche Zeitung Krefeld, 14. 02.2001, nutzt das sogar zur Überschrift dieses Leserbriefes. Verstehe einer die Welt!
  • "Meist gut ausgebaut" sei die Strecke, meint er. Möge er sie sich doch mal anschauen in Belgien, am Meinweg, in Dalheim usw.! Beschädigt, nicht elektrifiziert, z. T. verrostet, überwachsen wird er sie finden. Brücken, deren Stahl im minderwertigen Stahlbeton seit Jahren vor sich hinrostet usw.
  • "Kurz" sei die Strecke, meint er. Recht hat er. Die Strecke mäandriert in den Schleifen des vorletzten Jahrhundert vor sich hin. Sie ist also langsam, was gleichbedeutend mit lang sei dürfte. Demnach sollte über die Strecke entlang der Autobahn sehr wohl unter wirtschaftlichen Aspekten laut nachgedacht werden. Die IHK Mittlerer Niederrhein und die Kamer van Koophandel Limburg Noord, die wahrscheinlich doch Ahnung von Wirtschaft haben, sähen die Autobahntrasse jedenfalls sehr gern.
  • Die Finanzmittel stünden "nicht zur Verfügung"? Unsinn. Allein der Schaden durch die Wiederinbetriebnahme der historischen Trasse wird auf 800 Millionen hochgerechnet. Dagegen würden die 33 Eisenbahnkilometer von Venlo nach Rheinhausen entlang der A40 deutlich weniger als 660 Millionen kosten. Auch der Bau der "Viersener Kurve" könnte unterlassen bleiben, die allein fast soviel kosten würde wie die neue Trasse.
  • Ein Planfeststellungsverfahren müsste nicht "durchgesetzt", sondern durchgeführt werden. Und was in "absehbarer" Zeit bedeutet, darüber gehen die Meinungen wohl auch noch auseinander. Wir leben in den Zeiten beschleunigter Genehmigungsverfahren, die bei voller Berücksichtigung der Anwohnerinteressen wesentlich schneller als früher zu Ergebnissen führen.
  • Lärmschutzmaßnahmen hält Herr Franke für nicht erreichbar? Schon mal gehört: Wer nicht kämpft, hat schon verloren?
  • Und von europäischem Recht hat er wenig Ahnung. Wie will er einen reduzierten Nachtverkehr für Güterzüge aushandeln, wenn die historische Trasse einmal freigegeben wäre? Ähnlich, wie juristische Ansprüche auf Lärmschutz nicht bestehen, können auch keine Zugreduzierungen eingeklagt werden. 
  • Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit? Unsinn. So schön, wie es auch klingt. Die Strecke wird ausgelegt für 100-Stundenkilometer-Züge.
  • Ein Verbot für Dieselloks zur Nachtzeit? Unsinn. So schön, wie es auch wäre. Die historische Trasse ist nur für Dieselloks befahrbar. Denn teilweise ist sie nicht elektrifiziert, und es werden von einer einzigen belgischen Eisenbahngesellschaft allein schon 100 Dieselloks für den Eisernen Rhein in Auftrag gegeben (vgl. diese Website). Aus diesem Grund fahren "auch schon heute" diese Dieselloks, und so wird es auch bleiben.
  • Vorteile für den Personenverkehr aushandeln? Tja, Herr Franke, wie wollten Sie die denn durchsetzen, wenn Sie gleichzeitig die Güterzüge nicht nachts, sondern dann wohl - wie den Personenverkehr - tagsüber fahren lassen wollen? Der Güterverkehr wird hauptsächlich nachts mit 95 und mehr dB(A) 55.000 Krefelderinnen und Krefelder um die Gesundheit bringen.


Sehen Sie jetzt immer noch Vorteile? Würde mich wundern.
Güter auf die Schiene, ja, aber nicht durch die Städte!
Ihre