Aachener Zeitung, Erkelenz, online, 26.03.01
Es ist nicht zu fassen, was diese kleine Partei sich antut.
Wer soll sie jetzt noch wählen?
 

FDP: Wegberg braucht den Eisernen Rhein dringend
 

Wegberg/Dalheim. Wie könnten interessierte Bürger einen besseren Eindruck über mögliche Konsequenzen der Reaktivierung des «Eisernen Rheins» für den Güterverkehr gewinnen, wenn nicht durch eine Zugfahrt auf der historischen Trasse? Dies dachten sich die Mitglieder des FDP-Ortsverbandes Wegberg und organisierten am Samstag kurzerhand eine Fahrt.

Vom Wegberger Bahnhof ging es mit dem Euregio-Sprinter der Dürener Kreisbahn nach Dalheim, wo weitere Gespräche geführt wurden. Als Veranstalter fungierte der Ortsverbandsvorsitzende Hans J. Laumanns in Zusammenarbeit mit dem Leiter des Aachener Arbeitskreises «Euregio», Peter Jacobs. Für eine erschöpfende Diskussion blieb während der siebenminütigen Tour kaum Zeit, doch gaben die Politiker eine Stellungnahme ab.

Mit einer provisorischen Inbetriebnahme des «Eisernen Rheins» von Antwerpen über Roermond, Dalheim und Rheindahlen sei noch in diesem Jahr zu rechnen, bekräftigte Laumanns. Darauf hätten sich die beteiligten Staaten geeinigt. Der Widerstand gegen die Reaktivierung sei aus einem «Problem der persönlichen Bebauung» hervorgegangen, so der FDP-Ortsverbandsvorsitzende.

Wohnhäuser reichen nämlich sehr nah an die Trasse heran, so dass ein unzumutbares Maß an Lärm, Erschütterungen und Verkehrsstauungen befürchtet wird. Laut Hans Laumanns dient der Verweis auf den Erhalt des Naturschutzgebietes «De Meinweg» nahe Vlodrop lediglich als «Hilfsargument». Im Gegensatz zur CDU-Grundhaltung «Ein eisernes Nein zum Einsernen Rhein» betreibe die FDP eine andere Politik. «Wegberg braucht diese Strecke, daran bestehen überhaupt keine Zweifel», schilderte er. Sie ermögliche einen Anschluss nach Roermond und die Erschließung von Industriegebieten.

«Ich denke, man hat die Leute nicht ganz deutlich darüber aufgeklärt, dass die Bahn Nutzungsrechte besitzt», gab der Fraktionsvorsitzende Joseph Bertrams zu Bedenken. Im Hinblick auf den zunehmenden Lkw-Verkehr auf deutschen Straßen sollte den Schienen eine Zukunft gegeben werden, so Bertrams.

Hans-Jörg Nauen stellte in der «Rochus-Stube» in Dalheim ein Konzept zum Thema «Stadtmarketing» vor. Der Grundfrage «Warum ist Wegberg nicht bekannt genug?» müsse eine genaue Analyse der Probleme und anschließend die Entwicklung eines Maßnahmenkataloges zur Problemlösung folgen, informierte der Logistikunternehmer. Von äußerster Wichtigkeit sei dabei, dass Bürger und Politiker gemeinsam eine Zielsetzung erarbeiten. Laut Nauen steht letztlich die Verwirklichung des folgenden Ziels im Mittelpunkt: «Es ist ein Muss, Wegberg zu besuchen.»

Das Werbekonzept sieht eine bestimmte Vorgehensweise vor: Als Erstes erfolgt eine Analyse der Ausgangssituation in Form von Bürgerbefragungen. Im Folgenden werden die grundlegende Ziele festgelegt und anschließend in offenen Arbeitsgruppen ein Maßnahmenkatalog erstellt, der letztendlich einer Bewilligung des Stadtrates bedarf. Hans-Jörg Nauen ist der Ansicht, ab Anfang nächsten Jahres kann solch ein Katalog in Angriff genommen werden.

(val), 26.03.2001 19:04

 
 
 
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