Krefeld Stadt
 Eiserner Rhein: "Lärmschutz muss sein"
 

Krefeld. Gemeinsame Erklärung zum Eisernen Rhein von Mönchengladbachs OB Monika Bartsch, Viersens Landrat Hans-Christian Vollert und Krefelds OB Dieter Pützhofen.

Eine gemeinsame Stellungnahme der Region zum Thema Eiserner Rhein formulierten jetzt Mönchengladbachs Oberbürgermeisterin Monika Bartsch, Krefelds Oberbürgermeister Dieter Pützhofen und Viersens Landrat Dr. Hans-Christian Vollert und schickten sie an niederrheinische Politiker und Verkehrsexperten aus allen Parteien in NRW und im Bund, darunter auch Verkehrsminister Kurt Bodewig.
 

In den kommenden Wochen werden die Vorbereitungen zur Entscheidung über die kurz- und langfristigen Trassenführungen des Eisernen Rheines von Antwerpen nach Duisburg abgeschlossen. Nach den der Stadt Krefeld (?) vorliegenden Informationen wird auf deutscher Seite die kurzfristige Variante über die historische Trasse geführt werden, während bei der langfristigen Variante auf deutscher Seite noch mehrere Optionen offen sind. (?)
 
 

Hinsichtlich der langfristigen Variante werden der Bund und das Land aufgefordert, eine Neubaustrecke entlang der niederländischen A 67 und der deutschen A 40 von Venlo direkt nach Duisburg (Logport Rheinhausen) zu planen. Bezüglich der kurzfristigen Realisierung fordern die drei Verwaltungschefs den Bund und das Land auf, entlang der historischen Strecke zwischen Roermond bzw. der deutsch-niederländischen Landesgrenze und Duisburg für einen umfassenden Lärmschutz zu sorgen.
 
 

Die Auffassung der Stadt Krefeld wird von Bartsch und Vollert voll geteilt. Die Region halte die Verlagerung des Gütertransportes von der Straße auf die Schiene nur dann für akzeptabel, wenn die damit verbundenen Ziele den Bürgern auch zu Gute kämen. Da das Schienennetz durch gewachsene Siedlungen verläuft, sei der durch Güterzüge in den Wohngebieten verursachte Lärm ohne entsprechende Lärmschutzmaßnahmen nicht hinnehmbar.
 
 

Allein in Krefeld wird zwischen dem Stadtteil Forstwald und dem Stadtteil Uerdingen ein städtisches Siedlungsgebiet von ca. 16 Kilometern Länge durchfahren, wo in einem Korridor von 400 bis 600 Metern beiderseits der Strecke bereits heute ein Lärmpegel von über 55 dB (A) (Wer soll den den niedrigen Wert gemessen haben?) durch nächtlichen Schienenverkehr existiert. Diese Werte lägen über allen Immissionsgrenz- und -richtwerten. In diesem Korridor wohnten 55 000 Menschen.
 
 

Langfristig sei es erforderlich, die allgemeinen Siedlungsgebiete durch den Güterverkehr zu meiden. Die heutige Lage der Schienentrassen sei in der historischen Entstehungsgeschichte richtig gewesen. In der heutigen Zeit müsse hier aber ein Umdenken einsetzen, welches der Stadtentwicklung wieder Handlungsspielräume eröffnet.
 
 
 

29. März 2001

 Westdeutsche Zeitung, Krefeld
 (Hervorhebungen und Teile in Klammer () durch bzw. von der Webredaktion)