Ziele und Kriterien des BUND für den "Eisernen Rhein"

E-Mail von Dr. Werner Reh (BUND, Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) an Gabi Schock, SPD-Bezirksfraktion Krefeld-West, 25.08.2000
 

Sehr geehrte Frau Schock,

anliegend die BUND-Stellungnahme im Rahmen des NL-"startnotiz"-Verfahrens.
Sie trifft nur in einem Punkt nicht mehr zu. Nachdem klar ist, dass das Militärgelände im Maas-Schwalm-Nette-Park in der Nähe der A2-Trasse (das ist eine der möglichen Trassenvarianten des "Eisernen Rheins") eine Nachfolgenutzung erhalten wird, sehen wir keine ökologisch verträgliche
Möglichkeit, dieses Gebiet zu durchqueren.

Deshalb und weil alle Trassenvarianten mit der historischen Trasse nicht leistungsfähig sind, möchten wir die Machbarkeit einer zweispurigen Bahntrasse entlang der A 40 möglichst rasch geprüft haben. Diese soll auch möglichst siedlungsfern geführt werden.
Auch dem Kempener Dreieck stehen wir skeptisch gegenüber, weil wir den verkehrspolitischen Sinn des Eisernen Rheins darin sehen, den Verkehr zwischen Antwerpen und Duisburg (aber auch durchaus in Richtung Köln und weiter nach Süden) zum überwiegenden Teil auf der Schiene abzuwickeln.

Statt dessen wird zurzeit reine Flickschusterei betrieben, und es soll im Schildbürgerstreich eine Trasse reaktiviert werden, von der heute schon feststeht, dass sie wenige Jahre nach ihrer Wiedereröffnung (falls die Wiedereröffnung - insbesondere in den Niederlanden - durchsetzbar ist) definitiv wieder geschlossen werden wird.

Deshalb die Machbarkeitsüberlegung entlang der A 40, die die deutliche nl-Präferenz entlang der (nl) A 67 aufgreift. Man müsste prüfen, ob vorhandene Trassen und Gleise etwa bei Neukirchen-Vluyn genutzt werden können, ob Kempen und Krefeld umfahren werden können, um zum Logport in Duisburg zu gelangen.

Herr Schwanhold hat mir im Gespräch ... zugesichert, dass er die Prüfung dieser Trasse wirklich durchführen will.
Als Umweltschützer sind wir zu einer schnellen Planung bereit und würden uns aktiv an einer ökologisch verträglichen Trassenfindung beteiligen (am besten müsste ein Landschaftsplaner vor dem nächsten Frühjahr sich das Gelände anschauen).

Ökonomisch macht eine Trasse für die Krefelder Region ebenfalls viel Sinn, weil dort dann auch die Arbeitsplätze und die regionalwirtschaftlichen Wirkungen sichtbar sein werden. Es muss aber ein optimaler Lärmschutz für die Städte erreicht werden (bisher ein leidiges Thema mit der Bahn).
<Anmerkung Gabi Schock: Hier würde mir der Konjunktiv besser gefallen, denn noch gibt es nicht den geringsten Nachweis für positive arbeitsmarktliche Effete des Eisernen Rheins im Krefelder Raum.>

Schwanhold ist sich auch klar, dass die Politik Geld in die Hand nehmen muss.
So sieht es auch die Bahn (z.B. Herr Fricke von DB Netz AG). Die "Netz 21"-Strategie der Bahn (meistens ist sie ja wirklich gut) präferiert eindeutig Ausbauten vor Neubauten. Deshalb kommt es darauf an, Zuschüsse dafür zu
mobilisieren (TEN, BVWP, regionale Wirtschaftsförderung ...). Dann wird auch die Bahn einsteigen.

Bei Rückfragen können Sie sich gern melden.

Einstweilen beste Grüße,
Ihr
Werner Reh



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