Güter auf die Schiene, ja,
aber nicht durch die Städte!
Materialien für eine Klausurtagung des SPD-Unterbezirks Krefeld vom 29.10.2000
  1. Die historische Güterfernverkehrslinie durchquert u.a. Krefeld auf voller Länge. Die Streckenverlaufsplanung stammt aus dem vorletzten Jahrhundert, als es die größten Teile der Wohnbebauung noch nicht gab.
  2. Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium betont ausdrücklich, es werde keinerlei Lärmschutzmaßnahmen entlang der historischen Teile des "Eisernen Rheins" geben, der ab etwa Herbst 2001 zu einer stärkeren Nutzung der Güterfernverkehrslinie beitragen soll: "Wir werden keinen Präzedenzfall schaffen!"
  3. Der Staatssekretär betont, weder aktiver Lärmschutz an den Zügen und Schienen noch passiver Lärmschutz an Wohnhäusern sei juristisch derzeit einklagbar und stünde der Öffnung des "Eisernen Rheins" also nicht im Wege. Die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner erscheinen eindeutig als nachrangig.
Dezibel werden logarithmisch errechnet, d.h. 10 dB(A) Steigerung bedeuten immer eine Verdoppelung des Lärms. In "Kerngebieten" sind nachts 54 dB(A) erlaubt, die Züge werden 95 dB(A) Lärm bringen, also eine Versechzehnfachung des Erlaubten! Das ist so, als würden 16 Wecker nachts klingeln, statt 1 Wecker am Morgen.

Es kommen Züge mit dem "Stand der Technik" von vorgestern (Dieselloks mit Rad- und Bremsaufhängungen, die "mit Grauguss-Bremsklötzen" beschrieben werden; es sind die lautesten ihrer Art. Die genannte Lautstärke wird beim normalen Fahren und nicht nur beim Bremsen erzeugt.)

Der Eiserne Rhein wird in keiner Weise die in der BimSchV genannten Lärmgrenzwerte einhalten. Er fährt ohne Lärmschutz mitten durch die Städte mit 95 dB(A). Und das auch oft in hoher Dammlage, wodurch sich der Lärm extrem weit ausdehnt. In Krefeld sind Bürgerinnen und Bürger betroffen in den Bezirken

 
Ökonomischer Nutzen für Krefeld
Fehlanzeige

Die Güterfernverkehrslinie "Eiserner Rhein" hat gar nichts mit der Erschließung des Krefelder Hafens zu tun. (Rheinhausen dagegen erhält einen "Logport", eine Verknüpfungsstelle von Schienen-, Wasserweg und Straße, der für viele Millionen errichtet wird. Allein die Spedition "P & O" investiert dort 50 Millionen DM. Gleichzeitig erklärt Bahnchef Mehdorn, im Umkreis von 150 km werde es künftig keine von DB Cargo betriebenen Güterbahnhöfe mehr geben.)

 


Zum Vergleich:
Straßen und Schienenwege - Lärmvorsorge
Immissionsgrenzwerte
 
Art der zu schützenden Nutzung
Immissionsgrenzwerte
in dB(A)
Tag Nacht
6 - 22 Uhr 22 - 6 Uhr
Krankenhäuser, Schulen, Kur- und Erholungsorte 57 47
reine und allgemeine Wohn- sowie Kleinsiedlungsgebiete 59 49
Kerngebiete, Dorf- und Mischgebiete 64 54
Gewerbegebiete 69 59
auch nachzulesen in http://www.dalaerm.de/inffa.htm