Materialien zum Eisernen Rhein, zum Schienenlärm, zur juristischen Lage:
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Hier folgen ein älteres Modell für ein politisches Flugblatt an die Nachbarn des Eisernen Rheins
und eine Stellungnahme des BUND
Zur Nutzung freigegeben!
Verändern Sie die grünen Teile je nach Ihren Bedürfnissen:



 
Liebe Nachbarn!

Warum dieses Schreiben?
Es geht um Sie und Ihre Wohnumgebung im Zusammenhang mit einer neuen Bahnplanung. 
Wir schreiben Ihnen und Ihrer Familie, denn der SPD – West kann nicht vorgeworfen werden, sie halte Informationen zurück. 

Warum Sie?
Wie mir aktive SPD - Mitglieder mitteilten, sollen Sie in Hörweite der Eisenbahn wohnen. 

Worunter sollen Sie und Ihre Familie ab 2001/ 2 leiden?
Unter vielen zusätzlichen Güterzügen, die Sie einfach nicht mehr schlafen lassen. 
Dieser Schienenlärm wird den nostalgischen Namen „Eiserner Rhein“ erhalten und soll irgendwie von Antwerpen aus durch Krefeld das nordwestliche Deutschland erreichen. 

Wie ernst ist die Lage?
Niemand verpflichtet die Bahn bisher zu Lärmschutzmaßnahmen an den bestehenden Strecken, auch wenn sie ab 2001 sehr viel umfangreicher genutzt werden. Und schon jetzt muss die Polizei außerdem jeden Monat spielende Kinder von unseren ungeschützten Bahngleisen holen - auch da unternimmt die Bahn nichts: 
Hier kann nur deutlicher politischer Druck etwas ausrichten. Und dafür braucht Krefeld auch Sie. 

Was tut sich?
Im Kreis Viersen, in Mönchengladbach, in Wegberg und Roermond unterrichten namhafte Politiker die Öffentlichkeit seit Monaten. In Krefeld ist noch nichts geschehen, so wollen wir es tun, denn schließlich rechnen wir mit mindestens 43 zusätzlichen Zügen, die meistens nachts fahren. Das bedeutet, dass nachts ungefähr jede Viertelstunde ein sehr lauter, nicht elektrifizierter Güterzug rollen wird. 
Gute Nacht! 
 

Woher bekomme ich Informationen?
Um die wenigen Informationen zu verbreiten, die wir von anderen Kommunen haben, benutzen wir das Internet (https://krefeld-west.de) und haben dort eine Rubrik „Eiserner Rhein“ eingerichtet. 
Auch in Rat und Bezirksvertretung engagierte SPD-Mitglieder sprechen gern mit Ihnen. Sie freuen sich über jeden, der aktiv mitarbeiten möchte. 

  • , Randstraße
  • ,  Hagerweg 4
  • ,  Hagerweg 26
  • ,  Floetheide 15



 Grußwort des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) zur Demonstration gegen die historische Trasse des "Eisernen Rheins" am 23. 9. in Wegberg

"Güter auf die Schiene" ist ein Ziel, das der BUND voll unterstützt. Leider wurde in der Vergangenheit dieser Slogan, der in allen Parteiprogrammen steht, von der Politik nicht umgesetzt. Im Gegenteil: Die Güter wurden von der Schiene auf die Straße verlagert. Die Straße wird heute für die Lagerhaltung von
Zulieferfirmen benutzt, Sinnlostransporte werden durch ganz Europa durchgeführt, um vom Lohngefälle oder von Subventionen zu profitieren. Der ausländische Lkw zahlt 12 DM pro Tag, um durch die ganze Bundesrepublik zu fahren, die Güterbahn zahlt dagegen für die Nutzung der Schieneninfrastruktur rund 10 DM je Zugkilometer. Soviel zum Thema Wettbewerbsgleichheit.

Lippenbekenntnisse pro Schiene helfen nicht weiter. Seit 1991 ist die Verkehrsleistung auf der Schiene um 8% gesunken, auf der Straße ist sie dagegen um 30 Prozent angestiegen. Die ausländischen Lkw haben sich in diesem Zeitraum verdoppelt und machen mittlerweile ein Fünftel der gesamten Güterverkehrsleistung in Deutschland aus. Die Notwendigkeit der Verlagerung auf die Schiene ist also dringlicher denn je.
Denn in Deutschland und auch in Antwerpen wird jedem klar, daß die Straßen allmählich verstopfen. Und die Schiene kann ihre Kapazität in kurzer Zeit verdoppeln, in vielen Bereichen sogar verdreifachen. Sie kann also in der Tat eine Menge zu einer Entlastung der Straße beitragen. Auch der Eiserne Rhein kann, wenn er richtig geplant wird, zur Entlastung der Straße beitragen. Es ist durchaus eine bestechende Idee, die in Antwerpen mit den Seeschiffen angelieferten Container direkt auf die Schiene zu verladen und sie in das europäische Schienennetz einzuspeisen.

Der Hafen von Antwerpen rechnet mit einer Zunahme des Gütertransportes nach Deutschland auf der Schiene um von 2,4 auf 10,4 Millionen Tonnen bis 2020. Nur nebenbei zugegeben wird dabei, daß der reaktivierte Eiserne Rhein in 2010 nur rund 20 Prozent des Verkehrs im ganzen Korridor Antwerpen-Duisburg übernehmen wird und 80% auf der Straße rollen. Der Lkw-Verkehr in dieser Region wird also massiv zunehmen und die Straßen verstopfen; die Region wird doppelt belastet anstatt entlastet.

Deshalb hat der BUND gleich gesagt, daß wir eine wirklich leistungsfähige Schiene in diesem Korridor zukunftsfähig ist. Schon bei einer 50-prozentigen Verlagerung müssen rund 60 Züge pro Tag fahren. Was spricht aber dagegen, ein Verhältnis von 80 % Schiene zu 20 % Straße anzustreben ? Wie unsere niederländischen Freunde von "Milieudefensie", wie das holländische Parlament wollen wir, daß eine Trassenführung nördlich von Venlo und siedlungsfern entlang der A40 bei Kempen in einer Machbarkeitstudie geprüft wird. Leider ist es bisher nicht gelungen, die Machbarkeitsstudie des Kreises Viersen um diese nördliche Trasse zu erweitern. 350.000 DM wurden hinausgeworfen, um Ungeeignetes zu prüfen. Wenn man alle Kräfte bündelt, könnte man ggf. auch schnell entlang der A 40 bauen. Hier ist Kreativität und Tatkraft gefragt. Als Übergangslösung kann die Montzenroute ertüchtigt werden und ab 2002 vermehrt Züge aus Antwerpen aufnehmen.
 

Die historische Trasse lehnen wir ab, weil die Kapazität auf dieser auf 75 km eingleisigen und auf 90 km nicht elektrifizierten Strecke niemals ausreichen wird, um Verkehr auf die Schiene zu verlagern. Ökologisch ist die Strecke nicht nur auf der niederländischen Seite im Meinweg-Gebiet und bei Weerth
problematisch, sondern auch auf der deutschen Seite bei der Durchquerung des Maas-Schwalm-Nette-Naturparks. Umweltvertägliche Lösungen gibt es dort nicht.

Zur städtebaulichen Situation auf der deutschen Seite und zu den Versprechungen der Vergangenheit werden andere Redner sicher das Notwendige sagen. Bei einem verkehrsgerechten Ausbau der historischen Trasse müßten übrigens in Roermond 180 Häuser abgerissen werden.

Für die historische Trasse gilt sicher auch Murphys Gesetz: Es wird sicher länger dauern als man denkt.
Vermutlich werden sich auch Gerichte damit befassen. Wenn nicht in Deutschland, so doch in den Niederlanden, wo es mehr rechtliche Einspruchsmöglichkeiten gibt.

Und ein zweites von Murphys Gesetzen wird auch gelten. Die historische Trasse wird sicher teurer als man heute denkt.

Und wer heute über die Zukunft nachdenkt, muß auch erkennen: Ohne heute schon etwas für die Verkehrsvermeidung zu tun - z.B. mit Hilfe der Ökosteuer - wird die künftigen Verkehrsmengen, den zukünftigen Verkehrsmüll nicht mehr bewältigen können. Zukunftsfähige Verkehrspolitik in Europa kann nicht zum Ziel haben, daß alle Lebensmittelregale zwischen Sizilien und dem Nordkap mit den gleichen Waren gefüllt sind und daß Umwelt- und Sozialdumping auf die Spitze getrieben wird. Im Gegenteil: Es gilt statt dessen, die Vielfalt und die Lebensqualität europäischer Regionen zu erhalten.

Also: Weitblick ist gefragt anstelle von verkehrspolitischen Schildbürgerstreichen. Die Suche nach einer leistungsfähigen Trasse statt Flickschusterei. Die Politik muß man manchmal zum Jagen tragen. Insofern wünsche ich allen heute Versammelten gute Tragfähigkeit und Durchhaltevermögen für die nächsten Wochen und Monate. Was der BUND auf den verschiedenen Ebenen dazu beitragen kann, werden wir hinzutun.
 
 

Dr. Werner Reh
- stv. Sprecher AK Verkehr BUND NRW und Bundesebene -


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