aus: http://www.nordrhein-westfalen.de/aktuell/presse/pm99/915_991203.htm
wesentliches Ziel der NRW-Bemühungen ist schon zu dem Datum der Ausbau von Duisburg-Rheinhausen, sonst nichts

Pressemitteilungen
915/12/99 - Düsseldorf, 3. Dezember 1999
Minister Steinbrück in Antwerpen: Eiserner Rhein soll für den Gütertransport zwischen Antwerpen und dem Rhein-Ruhr-Gebiet wiederhergestellt werden - Zusammenarbeit zwischen Häfen Antwerpen und Duisburg
 
 

Das Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr:

Die Entwicklung einer modernen Güterverkehrsverbindung zwischen Antwerpen und dem Rhein-Ruhr-Gebiet sowie die Zusammenarbeit zwischen den Häfen Antwerpen und Duisburg sind die Schwerpunkte einer gemeinsamen Erklärung, die Wirtschaftsminister Peer Steinbrück und der Vize-Ministerpräsident der Regierung von Flandern und flämischer Minister für Mobilität, Öffentliche Arbeiten und Energie, Steve Stevaert, gestern Abend (2. Dezember) in Antwerpen unterzeichnet haben. Minister Steinbrück: "Dies ist ein historischer Schritt. Die Wiederbelebung des ´Eisernen Rheins´ verbindet die Rheinschiene mit dem Überseehafen Antwerpen. Damit wird die Anbindung Nordrhein-Westfalens an den Wirtschaftsraum Belgien-Niederlande-Nordfrankreich noch enger."

Güterverkehr

In der gemeinsamen Erklärung wollen sich Steinbrück und Stevaert unter anderem dafür einsetzen, dass die Schienenverbindung Antwerpen – Roermond – Duisburg (Eiserner Rhein) umgehend wiederhergestellt wird. Als Zwischenlösung wird angestrebt, so schnell wie möglich den Güterverkehr mit 15 Zügen am Tag in beiden Richtungen auf der vorhandenen Trasse aufzunehmen.

"Dieser gemeinsame Wille ist Ausdruck der Tatsache, dass Flandern und Nordrhein-Westfalen inzwischen in einer westeuropäischen Wirtschaftsregion zusammenwachsen. Dabei spielt eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur eine herausragende Rolle", sagte Minister Steinbrück.

Weiter wollen die Minister sich dafür einsetzen, dass die DB Cargo AG und die belgische Eisenbahngesellschaft SNCB/NMBS zunächst auf der sogenannten Montzen-Route Antwerpen – Hasselt – Aachen – Köln – Duisburg eine gemeinsame wettbewerbsfähige Schienengüterverkehrsverbindung (Freightway) herstellen. Zusätzlich sollen Kooperationsverträge zur Sicherung dieser Güterverkehre zwischen den Häfen und den Eisenbahngesellschaften möglichst unter Beteiligung weiterer Partner - wie z.B. nichtbundeseigener Eisenbahnen - abgeschlossen werden. Insgesamt wolle man den Güterverkehr vermehrt auf Eisenbahn und Binnenschiff abwickeln und Schnittstellen zwischen den Verkehrsträgern im kombinierten Verkehr schaffen.

„Nordrhein Westfalen hat ein hohes Interesse an leistungsfähigen und umweltverträglichen Güterverkehrsverbindungen zu den großen ARA-Seehäfen in Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen. Insbesondere der Bau der Schienstrecken über den Eisernen Rhein nach Antwerpen und über die Betuwe-Linie nach Rotterdam sind als Entlastung der Haupttransportstraßen in NRW dringend notwendig. Damit können mindestens 15.000 Lkw-Fahrten pro Tag von der Straße zur Schiene verlagert werden. Die jetzt unterzeichnete gemeinsame Erklärung unterstützt dieses Ziel der Verkehrspolitik unseres Landes“, sagte Steinbrück.

Ein von der Regionalregierung Flandern in Belgien in Auftrag gegebenes Gutachten zeige, so Steinbrück, dass die Entwicklung des Güterverkehrs im Europa ohne Grenzen und die verkehrlich und wirtschaftlich außerordentlich günstige Lage Nordrhein-Westfalens insbesondere eine neue leistungsfähige Schienenverbindung zwischen dem Hafen Antwerpen und dem Rhein-Ruhr-Gebiet sinnvoll mache.

Hafen Duisburg

In der gemeinsamen Erklärung heißt es weiter, dass das Land Nordrhein-Westfalen den Hafen Duisburg bei dem Ausbau des Standortes Rheinhausen zum Logport-Duisburg als einem Logistikzentrum europäischen Zuschnitts unterstütze und fördere. Als Kernstück dieses Projektes sei der Bau einer Umschlagseinrichtung Binnenschiff/Schiene/Straße in Duisburg-Rheinhausen vorgesehen. Das Terminal solle gemeinsam von P & O International und Logport betrieben werden. Aus diesem Grund habe der Hafen Duisburg am 15. November 1999 die Genehmigung als öffentliches Eisenbahninfrastruktur-Unternehmen erhalten.

Hafen Antwerpen

Steinbrück und Stevaert halten es darüber hinaus zur Sicherung der Wettbewerbsposition des Hafens Antwerpen und zur Stärkung der Güterverkehre zwischen Antwerpen und Nordrhein-Westfalen für erforderlich, dass aufgrund der Entwicklung im Seecontainerverkehr, mit wachsendem Containeraufkommen und größeren Schiffseinheiten, die Schelde auf 15,75 m für eine gezeitenunabhängige Erreichbarkeit durch Schiffe mit einem Tiefgang von 14 m vertieft wird.

Kooperation zwischen den Häfen Antwerpen und Duisburg

Der gemeinsamen Erklärung liegt ein sogenanntes Memorandum of Unterstanding über eine Kooperation zwischen den Häfen Antwerpen und Duisburg bei. In diesem vom Präsidenten des Hafenbetriebs Antwerpen, Baron Delwaide, und dem Vorstandssprecher der Duisburg-Ruhrorter-Häfen AG, Erich Staake, unterzeichneten Memorandum soll die Zusammenarbeit zwischen den beiden Hafenstandorten verstärkt werden. Insbesondere wird darin das Engagement des Logistikkonzerns P&O in Duisburg-Rheinhausen als Ergänzung zu den P&O-Aktivitäten im Hafen von Antwerpen gesehen. Daher wolle der Hafenbetrieb Antwerpen P&O bei der Zuerkennung eines Standorts für ein Containerterminal am sogenannten Gezeitenbecken im Antwerpener Hafen unterstützen.

Minister Steinbrück: "Nordrhein-Westfalen und Flandern gehören einem besonders eng verflochtenen Wirtschaftsraum an. Um den gemeinsamen Wirtschaftsraum fortzuentwickeln und den Austausch über die Grenzen zu intensivieren, wurden bereits 1991 Vereinbarungen über die interregionale Zusammenarbeit auf verschiedenen Feldern von Politik, Verwaltung und Wirtschaft geschlossen. Diese Vereinbarungen wurden in diesem Jahr erneuert. Die jetzt unterzeichneten Erklärungen präzisieren und konkretisieren diese Vereinbarungen um die aktuellen Verkehrsprojekte."