"Eiserner Rhein"

Diesen Leserbrief schreibe ich als SPD-Fraktionsmitglied in der Bezirksvertretung Krefeld-West. Er bezieht sich auf die Sitzung vom 30.05.2000: Bringt uns der “Eiserne Rhein” nur Lärm ? Die Verwaltungsvorlage im Westen war unzureichend. Die SPD-Fraktion Krefeld - West hatte mit Schreiben vom 23.03.2000 “Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und zum aktiven Lärmschutz im Krefelder Westen” entlang der Bahntrassen gefordert. Dabei hatte sie darauf hingewiesen, dass egal in welcher Variante der ”Eiserne Rhein” künftig durch Krefeld geführt werde, der Westen und das überwiegende sonstige Stadtgebiet erheblich gefährdet werden würde. Die Verwaltung war beauftragt worden, die Bezirksvertretung über Überlegungen zum Schutz der Bevölkerung zu informieren. Sie ist diesem Auftrag nicht nachgekommen. Zum wiederholten Male sind die der Bezirks-vertretung vorgelegten Unterlagen in keiner Weise zufriedenstellend, insbesondere wenn sie die Stadtentwicklung im Westen betreffen. Bei der Aussage der Verwaltung, auf deutscher Seite seien ”keinerlei Ausbauplanungen vorhanden” widerspricht sie sich selbst massiv: ”Die Züge sollen durchgehend bis zu ihrem Zielort im nordwestlichen Deutschland und weiter Richtung Norden und Osten verkehren” (s. Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Wohnungswesen vom 3. April 2000 an Frau Oberbürgermeisterin Bartsch in Mönchengladbach). Die Eisenbahnstrecke Eiserner Rhein solle “sich auf Beschäftigungsmöglichkeiten in Krefeld positiv auswirken”, meint die Verwaltungsvorlage. Diese Annahme kann sie aber nicht belegen. Tatsache ist: Krefeld ist es gelungen, mit der Hilfe der IHK sowie ortsansässiger und internationaler Unternehmer den Hafen zum Containerumschlagplatz mit Zukunftschancen zu entwickeln. Seit wenigen Tagen ist der neue Verladekran in Betrieb und haben eigens gebaute Containerschiffe die Fahrten zwischen Antwerpen und Krefeld aufgenommen. Nun sollen wir Krefelderinnen und Krefelder also zusehen, wie dieses bisher gelungene privatwirtschaftliche Engagement bald zerschlagen wird. Staatliche Subventionen (anfangs 50 Millionen aus dem Anti-Stau-Programm des Bundes) für eine im derzeitigen Ausbauzustand ökonomisch unrentabel bleibende Eisenbahnstrecke, die mitten durch Naturschutzgebiete und Städte führt, werden bei uns vorhandene Arbeitsplätze und Firmen gefährdet. Die Schiffe fahren ökologischer und ökonomischer als die Bahn, zusätzlich haben sie bereits nachweislich zu Arbeitsplätzen geführt. Deshalb fordert die SPD Krefeld-West: - Lärm ist als Gesundheitsgefährdung ersten Ranges anerkannt. Für die betroffenen Gebiete in Krefeld soll ein Lärmminderungsplan sofort in Angriff genommen werden, denn schließlich sollen die ersten Züge bereits 2002 fahren. - Der Zugang zu den immer dichter befahrenen Schienen soll für Kinder so weit erschwert werden wie möglich. - Die Krefelder Verwaltung(sspitze) soll sich deshalb dafür einsetzen, dass die von ihr zitierte niederländische Milieu-Effect-Rapportage (Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeitsstudie) auf die betroffenen deutschen Gebiete ausgedehnt bzw. in Auftrag gegeben wird. - Krefelder Verwaltung und Politik sollen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger sowie der Krefelder Wirtschaft eine verlässliche Stellungnahme zum Eisernen Rhein verabschieden. Über ihre Abgeordneten in Land und Bund soll diese Haltung deutlich vertreten werden. Die Vertreter der Krefelder Verwaltung sowie die Politiker in den nicht direkt gewählten regionalen und euregionalen Gremien sollen im Sinne dieser Stellungnahme überprüfbar argumentieren.
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Wolfgang Kraska schrieb am 2000-06-04 18:48:33 Uhr:
Für Lokalredaktion Krefeld: , geschickt am 5. Juni

zu Ihrer Berichterstattung im Krefelder Lokalteil vom 01.06.2000 Wieso bezeichnen Sie das Thema "Eiserner Rhein" als "bezirksfern"? Auch wenn bislang erst wenige Informationen an die Krefelder Öffentlichkeit gelangt sind, so ist doch eines klar: Die Bahntrasse des "Eiserneren Rheins" wird mitten durch Krefeld und dabei speziell durch den Westbezirk (Peter-Lauten-Straße bzw. Forstwald bzw. Tackheide) gehen, und mit dieser Bahntrasse kommen Lärm und Unfallgefahren. Es ist bemerkenswert, wie wenig Informationen zum Thema "Eiserner Rhein" in Krefeld an die Öffentlichkeit weitergegeben werden. Während bei uns immer noch verbreitet wird, es würden nur 15 zusätzliche Züge durch die Krefelder Wohngebiete fahren, spricht man in den Niederlanden längst von 47 (!) zusätzlichen Zügen pro Tag (vgl. zum Beispiel die Berichterstattung im Dagblad de Limburger über eine entsprechende Pressemitteilung des niederländischen Verkehrsministeriums). Hinzu kommt, dass diese 47 zusätzlichen Züge lediglich in der ersten Ausbauphase des "Eisernen Rheines" erwartet werden. Später, auf ausgebauten Gleisen, ist mit einem wesentlich höheren Zugverkehr zu allen Tages- und Nachtzeiten zu rechnen! Kein Thema für Krefeld? Kein Thema für die betroffene Bezirksvertretung Krefeld-West? Frau Schock und ihre SPD-Kollegen in der Bezirksvertretung ist ausdrücklich dafür zu danken, dass sie den Finger in die Wunde legen und endlich Aufklärung fordern.
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