Aachener Zeitung, Erkelenz, 04.09.2000
 
«Eisernes Nein» gegen den «Eisernen Rhein»
 

Wegberg. So wie die geplante Trasse des «Eisernen Rhein» eine zunehmend große Zahl von Bürgern aber die Landesgrenzen hinweg verbindet, so verbindet sich auch das «Eiserne Nein» gegen das Projekt. Ein Zeichen gesetzt hat nun der CDU-Stadtverband Wegberg.

Man traf sich mit der niederländischen Schwesterpartei CDA aus Roermond, Roerdalen und Weert zu einer Informationsveranstaltung in Dalheim. Auch der CDU-Ortsverband Mönchengladbach-Rheindahlen war zu Gast.

Der Wegberger Stadtverbandsvorsitzende Willibert Jansen begrüßte außerdem Delegierte des Bürgervereins «Nein zum Eisernen Rhein». Die Teilnehmer aus den Niederlanden zeigten sich erstaunt darüber, dass nicht alle politischen Gruppierungen in Wegberg und Mönchengladbach das Vorhaben ablehnte, «In unseren Gemeinden sind alle Parteien eindeutig gegen die Realisierung des Eisernen Rheins auf der Trasse Roermond - Wegberg - Mönchengladbach», so die klare Aussage.

Bürgermeisterin Hedwig Klein verdeutlichte die Entwicklung seit Beginn der 70er Jahre; damals hatte die Bundesbahn stets erklärt, dass die Strecke für eine Wiederaufnahme des Güterverkehrs weder technisch noch wirtschaftlich geeignet sei Diese Erklärung sei unter anderem Grundlage für die Stadtentwicklungsplanung gewesen. Die Bundesbahn habe auch gegen keinen Bebauungsplan Einwände erhoben

Sie habe stattdessen eigene Grundstücke direkt am Bahnkörper an Bauwillige verkauft mit der Auflage, diese innerhalb von drei Jahren zu bebauen- - ein krasser Widerspruch also zum jetzigen Vorhaben. Die Trasse selbst seit seit den 70er Jahren demontiert, die letzten Güterverkehre Anfang der 90er Jahre eingestellt worden.

Die niederländischen Teilnehmer deuteten an, dass sie der noch ausstehenden Umweltverträglichkeitsstudie skeptisch gegenüber stehen: Wenn die Regierung ein Gutachten mit einer bestimmten Motivation in Auftrag gibt, ist zu befürchten, dass im Grunde genommen das Ergebnis schon vorher feststeht. Die Niederländer setzen auf Eigeninitiative, sie holen zu bestimmten Punkten ein eigenes Gutachten ein.

Wegen der grenzüberschreitenden Problematik kam immer wieder der Name «Europa» zur Sprache. Die CDU will nicht nur die Landespolitiker, wie etwa den anwesenden Franz-Josef Pangels (CDU-MdL), und die Bundestagsabgeordneten ansprechen, sondern sich an die Europa-Parlamentarier wenden. «Der Eiserne Rhein ist auch ein europäisches Problem», so die allseitige Feststellung. Ende September werden sich die Delegationen wieder treffen, diesmal in Herkenbosch.