Beim Straßenfest "Eiserner Rhein" waren sich Wegberger und Niederländer einig:
Gemeinsam Widerstand leisten

RP Online, abkopiert am 10.04.2000

WEGBERG (RP). Gemeinsamkeit - wie ein roter Faden zog sich der Begriff durch die Gespräche beim Straßenfest vom Bürgerverein "Eiserner Rhein" am Samstag in Dalheim: Gemeinsam wollen Wegberger, Roermonder und Roerdalener Widerstand gegen die Öffnung der Strecke für den Güterverkehr leisten. Das hob denn auch Bürgervereins-Vorsitzender Marc Künne hervor: "Wenn wir in einer großen Öffentlichkeit Gehör finden wollen, geschieht das am besten, indem wir gemeinsam unsere Argumente vortragen."

Widerlegbar: Argumente dafür

Unterstützt wurde Künne von Paul Fekkes aus Roerdalen, der ebenfalls den Wunsch nach Gemeinsamkeit unterstrich. Er forderte den Widerstand auch für eine von der niederländischen Verkehrsministerin vorgesehenen provisorischen Öffnung. Denn: "Wenn die Züge einmal fahren, dann wohl für immer." Marc Künne erklärte zudem, die für die Öffnung des "Eisernen Rheins" vorgebrachten Argumente seien widerlegbar: "Die geplanten 15 Güterzüge ersetzen ja nicht etwa Lkw-Fahrten, sondern sollen von der überhaupt nicht ausgelasteten Schienenstrecke über Montzen hierhin verlagert werden - also keine Entlastung der Straße.

Und ein ökologischer Verkehrsweg ist der Eiserne Rhein ohnehin nicht, denn er führt mitten durch das Naturschutzgebiet Meinweg." Und Leo Denies fügte hinzu, dass auch das Argument von Arbeitsplätzen nicht ziehe: "Wenn die Züge von Montzen verlagert werden, fallen in Montzen sogar Arbeitsplätze weg, und der Eiserne Rhein hier ist lediglich eine Transitstrecke."

Diese und weitere Argumente gegen die Öffnung der historischen Trasse will der Bürgerverein am Mittwoch Staatssekretär Hennerkes vom NRW-Verkehrsministerium vortragen, wenn die Listen mit rund 5000 Unterschriften gegen den "Eisernen Rhein" vorgelegt werden. Dazu berichtete Dr. Günter Arnolds, dass sich CDU-Landtagsabgeordneter Franz-Josef Pangels um einen Termin zur Übergabe in der Staatskanzlei bemüht habe, doch laut Pangels sei man dort erbost gewesen, "dass sich hier überhaupt Widerstand gebildet hat".

In Roerdalen und Roermond

Übrigens: Gemeinsamkeit zeigte sich auch gestern, als die Bürger am Elfenmeer im Meinweg entlang der Strecke Protestschilder aufstellten. Am kommenden Samstag ist der Bürgerverein bei einer Protestveranstaltung in Roermond vertreten - und zuvor bei einer Bürger-Fragestunde im Bezirksausschuss Rheindahlen.

Von FOLKMAR PIETSCH