Was ist denn nun richtig?
Will der Oberbürgermeister "Lokomotive für den Eisernen Rhein" sein?
Oder ist er janusköpfig, schaut in jede Richtung, will jedem und jeder genehm sein? Meint er seine Drohung gegen Land, Bund und andere ernst, dass er Widerstand leiste, sobald auch dem letzten grundlosen Optimisten klar geworden sei, dass Krefeld nicht profitieren, sondern nur leiden werde?

Herr Oberbürgermeister, sind Sie sich bewusst, was es heißt, gegen die selbstkritikunfähige Bahnlobby und Leute aus Hüls, Traar und Fischeln im Interesse der Gesamtstadt anzugehen?:

All das und eine gewisse, erträgliche Verbissenheit, zielgerichtet und erfindungsreich, signalisieren Sie und Ihre Verwaltung bislang nicht - und wo sollten die Leute plötzlich herkommen?

Klare Worte sind gefragt, nicht nur ein politisch-rhetorisch allseits abgesichertes Einlenken. Der folgende Artikel der Rheinischen Post Krefeld, 12. Januar 2001, endet kämpferisch. So könnte man fast glauben, der Chef der Stadt hätte seine bislang einseitig von der IHK geprägte Meinung (pro Eiserner Rhein, die Wirtschaft hätte was davon, die A40-Variante sei chancenlos) geändert.
Skepsis ist allerdings nötig.

>Trotzdem: Herzlichen Dank, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Herr Pützhofen, ;-)), dafür, dass Sie sich des Themas erstmals in dieser breiten Öffentlichkeit - und mit geänderter Tendenz - annehmen.<


OB Pützhofen will Krefeld als Knotenpunkt bei Wiederbelebung der alten Bahnstrecke

                                    Lokomotive für Eisernen Rhein
 

                                     (RP). In Wegberg steht das (Wahl-) Volk schon auf den
                                     Barrikaden. Im Kreis Viersen wird vernehmlich
                                     gegrummelt. Und auch in Krefeld regt sich erste
                                     Gegenwehr. Doch einer geht den umgekehrten Weg.
                                     Oberbürgermeister Dieter Pützhofen will den so genannten
                                     Eisernen Rhein, die Bahnverbindung zwischen Antwerpen
                                     und dem Ruhrgebiet, wiederbelebt sehen. Aber nur unter
                                     einer Bedingung: "Krefeld muss durch einen Haltepunkt
                                     davon profitieren. Wenn nur eine Transitstrecke kommt,
                                     müssen Bahn, Land und Bund mit erheblichem Widerstand
                                     rechnen."

                                     Eins steht jedenfalls für den OB fest: "Es wird mehr
                                     Güterverkehr aus Belgien und den Niederlanden über die
                                     Schiene gehen, und der Verkehr wird seinen Weg durch
                                     Deutschland finden." Zahlen untermauern das. Der Hafen
                                     Antwerpen wird nach Pützhofens Informationen bis zum Jahr
                                     2010 seinen Güterverkehr in Richtung Osten um 50 Prozent
                                     steigern.

                                     Das Land Nordrhein-Westfalen wird davon 30 Prozent ganz
                                     konkret abbekommen. Die Kollegen in Rotterdam werden die
                                     Gütermengen fürs Hinterland in diesem Zeitraum um 32
                                     Prozent steigern. 80 Prozent davon begegnen den Bürgern
                                     im Bindestrich-Land. Deshalb ist Pützhofen gern Lokomotive
                                     für den Eisernen Rhein. Er will nur frühzeitig die eigenen
                                     Bedürfnisse anmelden. "Uns soll nicht passieren, was im
                                     Nordkreis Kleve geschieht", sagt er. Dort donnern die
                                     Güterzüge über die Betuwe-Linie durch die Landschaft, ohne
                                     dass außer Lärm etwas abfällt.

                                     Der Krefelder OB sieht in der Linie des historischen Eisernen
                                     Rheins, die von Roermond über Wegberg, Mönchengladbach
                                     und Krefeld nach Duisburg führt, einige Chancen. Er zählt sie
                                     auf: "Es ist richtig, Verkehr von der Fahrbahn auf die Schiene
                                     zu bringen. Es ist richtig, die Nordseeküste Europas mit dem
                                     Niederrhein zu verbinden. Und bei einer Partizipation
                                     Krefelds, beispielsweise von Logistik- Unternehmen, wäre
                                     eine verstärkte Ansiedlung möglich."

                                     Sein Baudezernent Klaus Lorenz hat selbstverständlich die
                                     Hausaufgaben gemacht und mögliche Standorte für ein
                                     Logistik-Zentrum herausgearbeitet. Er nennt den Hafen, den
                                     Süden und das Gebiet in der Nähe von Hohenbudberg. Wie
                                     sein Dienstherr kennt Lorenz aber auch die Risiken des
                                     Eisernen Rheins. In erster Linie bestehen sie im Lärm.

                                    Schließlich werden irgendwann in den nächsten zehn Jahren
                                     bis zu 100 Güterzüge täglich über die Trasse holpern. Daher
                                     steht der Lärmschutz für Pützhofen und die Krefelder
                                     Verwaltung ganz oben auf der Wunschliste. Lorenz verweist
                                     darauf, dass Lärmschutz und eine Verbesserung der
                                     bestehenden, allerdings museumsreifen Strecke entschieden
                                     billiger sei als der Neubau einer Trasse.

                                     Für den Fall, dass der Eiserne Rhein nur Durchgangsstrecke
                                     am Niederrhein wird, hat der OB Bahn, Bund und Land bereits
                                     seine Empfehlung gegeben. Dann wäre er für eine Trasse
                                     entlang der Autobahn 40 - nicht einmal in Hörweite von
                                     Krefeld. Denn: "Wenn die hier nur durchbrettern, können wir
                               Teile der Stadt räumen." Und wer will das schon?

                                                                    Von ROBERT PETERS

Anmerkung der Webredaktion: Das letzte Zitat wäre eine passende Überschrift gewesen, lieber RP-Reporter.
Kopiert aus RP-Online, 12.01.2001



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Muntere Grüße angesichts dieser Pressemeldung von


Es folgt der entsprechende Artikel der Westdeutschen Zeitung Krefeld, ebenfalls 12.01.2001, an den Rändern nicht ganz wiedergegeben; inhaltlich ergibt sich dadurch keine Veränderung oder andere Gewichtung..
Vollständiger Titel:
"Eiserner Rhein nur bei Vorteilen für die Region"
Beachten Sie bitte die Zitate:

Nochmals viele Grüße