aus: Aachener Zeitung online, 24.09.2000, zu Wegberger Protestaktion am 23.09.2000
 Mit Protest-Schildern vor den Bahnschranken
 

Wegberg. Der grenzüberschreitende Widerstand gegen den Eisernen Rhein ist ungebrochen. Am Samstagmorgen demonstrierten zahlreiche Gegner der geplanten Güterzugtrasse am Bahnübergang an der Wegberger Bahnhofstraße. Ihr Hauptaugenmerk richteten sie diesmal auf den Lärm, den die 50 bis 60 Güterzügeverursachen wür-den, wenn sie ab 2001 durch die Schwalmstadt rollen.

Nicht nur Wegberger Bürger zeigten ihren Unmut über den Eisernen Rhein. Mit dabei waren Initiativen und Organisationen aus Rheindahlen sowie aus den niederländischen Orten Weert und Roermond und der Gemeinde Roerdalen. Sie informierten die Bürger mit Zetteln und in Gesprächen über ihre Sicht der Dinge, aber auch durch praktisches Handeln.

Sobald sich die Schranke schloss und die Schwalm-Nette-Bahn von und nach Dalheim die Straße querte, stellten sich die Demonstranten vor den Schlagbaum, jeder mit einem Buchstaben-Schild. «Schranke - Nein danke!» bekamen die wartenden Autofahrer und Passanten so zu lesen.

Das Rattern des Zuges über die Gleise war am Samstag schon von weitem zu hören. Noch kam das durchdringende Geräusch vom Band und schallte aus Lautsprechern über die Bahnhofstraße. Aber der Bürgerverein Eiserner Rhein befürchtet, dass es in Wegberg bald von echten Zügen produziert wird. «Wir haben mit einem professionellen Gerät gemessen. Das Band hat eine Lautstärke von 90 Dezibel», berichtete Dr. Günter Arnolds, Sprecher des Bürgervereins.

Der Geräuschpegel einer herkömmlichen Diesellok liege bei etwa 95 Dezibel. Arnolds ist erbost: «Regelmäßig wird das Argument âLärm schadet der Gesundheit' von den Befürwortern der Strecke eher milde belächelt. Das kann eigentlich nur mit blanker Unwissenheit, wenn nicht mit dummer Arroganz erklärt werden.»

Lärm entsteht nach Ansicht des Bürgervereins auch, wenn sich die Autos vor der dann oft geschlossenen Schranke stauen.

(jb), 24.09.2000 18:14

 
 
 
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