RP Online Erkelenz, Artikel vom 15.03.2000, abkopiert am 31.03.2000
 
Nach neuester Information aus Den Haag sollen Güterzüge schon 2001 rollen
 
Notfalls Schiene besetzen - wie einst Joschka Fischer

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WEGBERG. Die Angst vor Güterzügen erhielt in der ersten Versammlung der Bürgerinitiative gegen den "Eisernen Rhein" am Mittwochabend neue Nahrung - als Gustav Kotschi aus Roermond eine brandaktuelle Meldung aus dem Nederlands Staatscourant, dem amtlichen Mitteilungsblatt der Regierung, vorlegte: Danach soll sich die niederländische Verkehrsministerin Tineke Netelenbos mit dem belgischen Kollegen geeinigt haben, dass schon im nächsten Jahr die ersten Gütertransporte über die historische Strecke durch Meinweg und Wegberg rollen.
(Anmerkung des webmasters: der Text ist in der Übersicht enthalten: 290200mvw.htm)
Olles: Stadt zu den Ministerien

Nicht zuletzt diese neue Information - zusammen mit denen der vergangenen Wochen - veranlasste die Bürgerinitiative, jetzt mit Macht Unterschriftensammlungen und Protestaktionen gegen das Vorhaben einzuleiten. Unter starkem Beifall der annährend 300 Bürger und Bürgerinnen (auch aus Mönchengladbach, Roermond und Roerdalen) meinte Rechtsanwalt Joachim Olles, der Kampf gegen die Wiederbelebung der Strecke für den Güterverkehr müsse auch mit der Kraft der Stadt erfolgen. Sie müsse in den Ministerien persönlich vorsprechen - wie mit Erfolg vor der Siemens-Ansiedlung - "und wir müssen sie mit unseren Unterschriften unterstützen". Sein Berufskollege Hartmut Knie forderte "Kampf, Zivilcourage und Mut", um das Vorhaben zu verhindern. Und: "Widerstand leisten wie einst der heutige Außenminister Joschka Fischer und die Schienen besetzen - die Verantwortlichen in Berlin und Den Haag handeln über unsere Köpfe hinweg, die kleinen Leute wie wir interessieren die nicht".

Appell an alle Fraktionen

Bürgermeisterin Hedwig Klein - "vor kurzem haben wir mit derartigen Informationen wie heute überhaupt nicht gerechnet" - versprach, dass die Stadt wie beim Kampf um den Krankenhaus-Erhalt alle Möglichkeiten ausschöpfen und auch juristische Wege prüfen werde: "Wir wollen mit der Bürgerinitiative parallele Wege gehen, um dann zusammen schlagkräftig zu sein." Da SPD und FDP seinerzeit im Rat die Ablehnung nicht unterstützt hatten, appellierte Dr. Günter Arnolds von der Bürgerinitiative an alle Fraktionen, sich hinter die Stadt und den Widerstand der Bürger und Bürgerinnen zu stellen.