aus: http://www.christanickels.de/grenzland/rhein.html

Eiserner Rhein
Die Wiederbelebung der alten Bahnstrecke bewegt derzeit viele Gemüter in der Region Niederrhein und in den beiden Nachbarländern. Wir Grünen aus der Region hatten dazu erst Ende April zu einer Informationsveranstaltung nach Viersen eingeladen, aus den dabei diskutierten Aspekten hat unsere Landtagsabgeordnete Dr. Ruth Seidl folgendes Positionspapier erarbeitet. Es wird in Kürze mit den regionalen Kreisverbänden diskutiert.

Mit der Reaktivierung des "Eisernen Rheins" soll das Ruhrgebiet, über Duisburg, Mönchengladbach, Roermond, Weert und Herrentals in direkter Verbindung über die Schiene mit dem Nordseehafen und Containerterminal Antwerpen verbunden werden.

Ziel der Reaktivierung der 1953 für den Personen - und 1993 für den Güterverkehr stillgelegten Strecke ist es, ab Ende 2002 eine Gesamtzahl von max. 15 Zügen im Tag- und Nachtverkehr auf die Schiene zu bringen.

Durch die Verkürzung der Fahrstrecke und vor allem der Fahrzeit gegenüber der weiter südlich verlaufenden Montzen-Linie wird die Wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs insbesondere gegenüber dem LKW-Verkehr gestärkt.

Der Bezirksverband Niederrhein Bündnis 90/Die Grünen begrüßt aus ökonomischen und ökologisch Gründen die Verlagerung des Gütertransportes von der Straße auf die Schiene. Durch die konkurrenzlose schnelle Schienenverbindung wird der Schienentransportanteil an den jährlich 15 Millionen Tonnen Gütern, die von Antwerpen kommend nach NRW transportiert werden, erhöht und die CO2-Emmission vermindert.

Die geplante Wiederbelebung des "Eisernen Rheins" darf allerdings nicht zu Lasten der betroffenen Anwohner erfolgen. Obwohl die Genehmigung zum Gütertransport auf deutscher Seite nach wie vor Gültigkeit besitzt, hat die Stadt Wegberg durch Ausweisung von Baugebieten und Erteilung von Baugenehmigungen in unmittelbarer Trassennähe einen Tatbestand geschaffen, der bei der Wiederbelebung der alten Trasse zu erheblichen Emissionsproblemen führt.

Zu Recht machen die Anwohner einen Vertrauensschutz geltend, da ihnen bei Baubeginn seitens der Stadt versichert wurde, dass es auf der historischen Trasse keinen Güterverkehr mehr gebe.

Der Bezirksverband Niederrhein begrüßt deshalb die im Rahmen des Genehmigungsverfahrens vom Umweltministerium NRW eingeleitete rechtliche Überprüfung, ob für die alte Trasse, wie auf niederländischer Seite, bei Wiederaufnahme des Güterverkehrs eine erneute Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich ist.

Die Einwände der betroffenen Anwohner müssen ernst genommen und alles getan werden, um durch geeignete Lärmschutzmaßnahmen, wie zum Beispiel Einbau von Lärmschutzfenstern, Aufschüttung von Lärmschutzwällen, Begrenzung der Nachtfahrten und angepasste Geschwindigkeit einen den Menschen zumutbaren Betrieb des "Eisernen Rheins" zu gewährleisten.

Zusammengefasst setzt sich der Bezirksverband Niederrhein bei einer Wiederaufnahme des "Eisernen Rheins" dafür ein: